Wer im letzten Jahr zur Sommerzeit studierte und einen (neuen) Mac im EDU-Store von Apple kaufte, musste einfach nur einen qualifizierten iPod mit in den Warenkorb legen und bekam dann einen bestimmten Betrag nachträglich erstattet. Für einen iPod Touch gab es immerhin 160 Euro, sodass es das Gerät fast geschenkt gab.

Viele Käufer machten sich das zu nutze und kauften den iPod auch dann, wenn sie in persönlich gar nicht nutzen wollten. Stattdessen wurde das Gerät auf eBay oder ähnlichen Portalen zum Verkauf angeboten.

Dieses Jahr ist alles anders: Apple hat sich dazu entschieden, dieses Jahr keinen Rabatt beim gleichzeitigen Erwerb eines iPods zu gewähren. Stattdessen gibt es einen Gutschein für den Mac App Store über 75 Euro:

Wenn du zwischen dem 16. Juni 2011 und 20. September 2011 mit den Apple Bildungspreisen* einen neuen, qualifizierten Mac kaufst, bekommst du eine Geschenkkarte für Universitäten über 75 €, die im Mac App Store, iTunes Store, App Store und iBookstore verwendet werden kann.

Anstatt nun wie viele andere einfach mal pauschal darüber zu meckern, dass Apple sich nur die Taschen voll machen will, gehe ich mal einen Schritt weiter und nehme das auseinander:

Der Rabatt wurde verringert. Statt bis zu 160 Euro gibt es nun pauschal 75 Euro. Dieses Guthaben kann natürlich nur in den Stores von Apple ausgegeben werden, jedoch verdient Apple im schlechtesten Fall nur 30% daran (je nach Land auch mehr, in der Schweiz beispielsweise 42%, siehe hier). Selbstverständlich ist das kein schlechter Deal, so verdient Apple pro verkauftem Mac mindestens 22,50 Euro. Natürlich kann es sein, dass jemand von seinem Guthaben Apple-Software kauft, dann verdient Apple daran selbstverständlich bis zu 100% (abzüglich der Umsatzsteuer in Deutschland immerhin 63,03 Euro).

Der Nachteil für die Käufer ist also, dass sie weniger bekommen. Insofern haben also alle, die behaupten, dass Apple an der Aktion mehr verdient, natürlich Recht. Doch haben die potentiellen Käufer hier das Recht zu meckern? Es ist Apples gutes Recht, ihre Produkte zu einem Preis ihrer Wahl zu verkaufen. Nun kommen sie den Studenten glücklicherweise entgegen und rabattieren ihre Produkte mit bis zu 10%. Der typisch deutsche Student hat nun nichts besseres zu tun, als darüber zu meckern, dass es zusätzlich keinen weiteren Rabatt mehr gibt.

Wer sich selbst zusätzlich zum neuen Mac einen iPod gönnen wollte, hat nun also schlechtere Karten. Jedoch haben diejenigen, die keinen iPod kaufen würden — auch nicht, um ihn anschließend zu versilbern — einen Vorteil: Sie bekommen ein Guthaben in Höhe von 75 Euro und müssen nicht mal etwas dafür tun (außer einen qualifizierten Mac kaufen). Wie so oft ist der Vorteil des einen des anderen Nachteil.

Mein Fazit hierzu: Meiner Meinung nach ist das ein Schritt in die richtige Richtung: Apple kurbelt die Verkäufe in ihren Stores an, was wiederum das durchschnittliche Preisniveau sinken lässt. Denn je häufiger eine Software verkauft wird, umso mehr nimmt der Entwickler — bei gleich bleibenden Kosten — ja ein. Das kann dazu führen, dass der Preis einer Software dauerhaft gesenkt wird. (Oder dazu, dass der Entwickler sich die Taschen füllt und nichts an seine Kunden zurück gibt.)

Nun ist eure Meinung gefragt: Wie sollte Apple den Studenten den Kauf eines neuen Macs schmackhaft machen? Denkt ihr wie ich, dass ein Rabatt auf das Gerät vollkommen ausreichend ist, oder sollte Apple sogar noch einen Schritt weiter gehen und weitere Rabatte einführen?

[via early-adopter.info und aptgetupdate.de]